06.09.2003 -
Gerd.Lintzmeyer@t-online.de
Hallo Simone,
bin leider etwas in Eile, da ich morgen früh nach Ungarn zum Thermalbaden
fahre.
Aber schnell noch einige Hinweise:
Das Taubenschwänzchen gehört zur Familie der Schwärmer, Wanderfalter und
tagaktiv und auch in unseren Breiten fast jedes Jahr zu beobachten.
Siehe hierzu für ganz Deutschland
http://www.schmetterlinge-online.de/forum/wanderfalter.pl sowie
http://www.s2you.com/platform/monitoring/index.do
Ansonsten haben Sie sehr gut beobachtet und die Eigenschaften wunderschön
beschrieben.
Ich bin bald wieder in Zeitz und melde mich dann noch mal.
Viele Grüße von Gerd
Eintrag im Gästebuch / Datum: 2003-09-06 21:44:03
Claudie (
keine Email /
keine Homepage) schrieb:
Hallo!
Seit einiger Zeit habe ich vor unserem Küchenfenster in unseren Geranien
ein seltsames Tier beobachten können,heute durch einen Zufall las ich etwas
in einer Tierzeitschrift und fand heraus,daß dieses tier ein taubenschwänzchen
ist.So etwas habe ich in unserer Region(NRW/Kreis Herford) noch nie gesehen,ich
suchte im Internet und fand diese Seite,Deine Bilder von diesen niedlichen
"Rüsseltieren" sind echt klasse,ich habe auch versucht,unseren zu fotografieren.Leider
ist er zu schnell;-(((.Naja,das wollte ich mal loswerden;-)
Alles Gute,gruß aus Herford
07.09.2003
Hallo Simone,
das Taubenschwänzchen, das dieses Jahr am Geisblatt gesaugt hat, war sicher
nicht das selbe wie das in den vergangenen Jahren. Denn es lebt - wie alle
Schmetterlinge - nur ein paar Wochen. Es kann es auch nicht "wie die Spatzen
von den Dächern pfeifen", daß da etwas zu finden ist. Jeder Falter muß die
Blumen nach dem Geruch selbst orten und ist darin auch von Natur aus bestens
gerüstet.
Das Taubenschwänzchen kann in den wärmeren Lagen Mitteleuropas (also kaum
in München) den Winter überleben. Aber darüber hinaus fliegt es alljährlich
im Frühjahr auch aus Südeuropa ein. Dieses Jahr sind extrem viele Tiere eingewandert.
Nicht nur nach Oberbayern, sondern viel weiter, manche bis nach Skandinavien.
Die Weibchen legten dort ihre Eier und starben nach ein paar Wochen. Die Nachkommen
ergeben den Falter im Sommer. Und die legen hier erneut wieder Eier. Was
jetzt zur Zeit fliegt, ist also bereits die 2. Nachkommensgeneration der
Einwanderer. Manche von diesen versuchen nun wieder über die Alpen zurückzufliegen.
Andere legen hier erneut Eier. Aber die können sich dann nur noch in wärmeren
Gebieten, z. B. am Rhein, bis zum Falter entwickeln.
Im WDR wurde einmal behauptet, das Taubenschwänzchen würde, über Monate
hinweg Eier legend, nach Schweden fliegen und dieses dann im August erreichen.
Das ist völliger Unfug. Man jagt doch keine Schwangere quer durch Europa!
Die Tiere paaren sich erst am Zielort und beginnen auch erst dann mit der
Eiablage. Dann aber bleiben sie in der näheren Umgebung und wandern nicht
mehr weiter. Zudem leben die Tiere auch nie so lange.
Viele Grüße
Jürgen Hensle